Gesundheit
Brot ist nicht nur Nahrungs-, sondern auch Lebensmittel. Brot ist Leben. Industriell hergestelltes Brot darf neben Farb- und Geschmacksstoffen auch Haltbarkeitsmittel enthalten. Bis zu 300 Zusatzstoffe (gekennzeichnet durch E–Nummern) sind zugelassen.
Weiters sind Zusatzstoffe zur besseren Verknetbarkeit, die aus Menschenhaaren und Schweine-borsten hergestellt werden, erlaubt. Also, was läge näher, als wieder selbst Brot herzustellen. Im Rahmen der Gesunden Gemeinde, wurde am 4. Oktober 2011 ein Brotbackkurs, organisiert von Stefanie Pischler aus Attendorfberg (im Bild oben links), unter der Leitung von Seminarbäuerin Brigitte Acham aus St. Johann ob Hohenburg (im Bild rechts oben) veranstaltet.
Über 20 TeinehmerInnen hatten die Gelegenheit, zahlreiche Brotsorten herzustellen.
Beim Brotbacken kann man immer wieder etwas Neues ausprobieren und entdecken. Roggen und Dinkel sind die hochwertigsten Getreidesorten. Das Getreidekorn besitzt mehrere Schichten, die Randschicht enthält wertvolle Ballaststoffe und Mineralien sowie Vitamine. Das dort enthaltene Vitamin B ist gesund für Nerven und Gehirn, der Keimling enthält Vitamin E, dient der Zellerneuerung, hemmt entzündliche Prozesse, stärkt das Immunsystem, wirkt als Radikalenfänger.
Im Inneren des Korns befindet sich der Mehlkörper. Weißes Auszugsmehl, das nur aus dem Mehlkörper erzeugt wird, ist zwar sehr gut haltbar, jedoch für die Ernährung beinahe wertlos.
Die auf der Verpackung anführte Typenzahl (Bereich 400 bis 2.000) lässt den Nährwert des Mehles erkennen. Je höher die Zahl, umso ballaststoff-, mineralstoff- und vitaminreicher ist das Mehl. Vollkornmehl enthält alle Bestandteile des Korns, wird allerdings wegen seines Fettgehaltes relativ schnell ranzig - man sollte es möglichst frisch gemahlen verarbeiten. Es enthält neben den wertvollen Nährstoffen auch Cellulose, die für das Sättigungsgefühl wichtig ist und die Verdauung fördert.
Laut Ausführungen der Seminarbäuerin ist die Ursache für 75% aller Krankheiten (u.a. auch für Karies und Krebs) anscheinend fehlerhafte Ernährung. Dabei wäre es einfach, in unserem Land gesunde Nahrungsmittel zu erhalten: Beim Besorgen der Nahrungs- bzw. Lebensmittel sollte darauf geachtet werden: Wo kaufe ich ein und woher kommt die Ware? Beim Getreide sollte man berücksichtigen, woher das Saatgut kommt und ob es etwa gentechnisch verändert ist.
Bei Umstellung auf Vollkornbrot kann es jedoch in den ersten zwei Monaten zu Verdauungsproblemen, z.B. Blähungen kommen. Bei einer gesunden Ernährung sind Obst und Gemüse nicht wegzudenken. In Österreich wachsen rund 50 Gemüse- und 20 Obstsorten. Nur natürlich ausgereiftes Obst enthält viele Vitamine, wobei wasserlösliche Vitamine (C, B1 –B3, B5-B7, B9, und B12) nicht temperaturempfindlich sind, hingegen die fettlöslichen Vitamine (A, D, E und K) schon.
Beim Einkauf ist auf das AMA-Gütesiegel zu achten: Mit diesem Siegel versehene Produkte sind in Österreich gewachsen und verarbeitet worden. Durch die kurzen Transporte wird die Umwelt durch CO2-Einsparung geschont. Das frisch gebackene Vollkorngebäck schmeckt bekömmlich.
Das ist auch Voraussetzung, denn nicht gut schmeckendes Brot, wenn es auch noch so gesund ist, wird nicht gegessen, so die Seminarbäuerin.
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